Grosses Interesse an kleinen Happen

Montag, 27. Februar 2023
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Die Bedeutung von Snacking nimmt weiter zu: Kleine Genussmomente sind aus dem Alltag der Verbraucher nicht mehr wegzudenken. Gesunde Snacks, die auch geschmacklich ein Erlebnis sind, stehen dabei hoch im Kurs.

Snacking ist mittlerweile zu einem Teil der Normalität geworden. In der Hochphase der Corona-Pandemie hätte es vorrangig den Kontaktbeschränkungen geschuldet sein können, dass das gemeinsame Essen mit Familie und Freunden in den letzten Jahren weiter an Bedeutung verloren hat. Aber die Mondelez-Studie «State of Snacking» verdeutlicht klar: Wohlbefinden und achtsames Snacking werden für die Verbraucher weiter immer wichtiger. Über die Hälfte der deutschen Befragten (53 %) isst viele kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt anstelle von einigen wenigen grossen Mahlzeiten. Jeder zweite (62 %) ersetzt sogar mindestens eine Mahlzeit am Tag durch einen Snack. Entwicklungen, die viele Hersteller beobachten. «Treiber ist hier ganz klar der Trend der bewussten Ernährung, der permanent zunimmt», sagt Tim Jerg, Head of Marketing bei Seeberger. «Die Käufer sind generationenübergreifend, wobei vor allem auch junge Generationen ihre Essgewohnheiten ändern. Sie suchen nach Snacks für zwischendurch und auch solchen, die Spass machen.»

Ein umfassendes Potenzial
Snack-Käufer finden sich in allen Zielgruppen. Da sind die Berufstätigen, die schnell etwas zwischendurch beziehungsweise unterwegs essen wollen, Eltern, die Schulpausensnacks für ihre Kinder suchen, jüngere Singles, die die schnelle, einfache Zubereitung von Fingerfood schätzen, oder Schleckermäuler aller Altersstufen, für die Süsses unverzichtbar ist. Daniela Drees, Marketing Director Süsswaren Nestlé Deutschland stellt fest, dass kleine Schokoladen-Snacks weiterhin sehr beliebt sind und die Trends Sharing und Gifting immer relevanter werden. Viele Schokofans teilen die süssen Snacks ihrer Erfahrung nach gerne mit anderen oder verwenden sie als nette Mitbringsel. «Konsumenten sind darüber hinaus an spannenden Geschmackserlebnissen und abwechslungsreichen Texturen interessiert.» Für die geschmackliche Abwechslung hält auch McCain eine grosse Auswahl an Snacksorten und -formen bereit. «2023 wird der Fokus vor allem auf Fingerfood liegen. Das Zusammenkommen mit Freunden und Familie ist wieder hoch im Kurs. So sind wir uns sicher, dass gemeinsame Genussmomente auch im nächsten Jahr hoch relevant bleiben», sagt Sabine Weber, Marketing Managerin Retail DACH & CE. Unter dem Motto «Healthier Snacking» präsentieren sich auch Riegel weiterhin als eine wachsende Warengruppe. Laut der Mafowerk Trend Evaluation «Snack-Riegel 2022» bestimmen hier vor allem Protein-, Energy- und Fruchtriegel die Entwicklung – sowie neue, junge Marken mit nachhaltigen Ideen.

Mit Blick auf Preis und Umwelt
Und welche Auswirkungen könnte die wirtschaftliche Situation auf die Entwicklungen haben? «Aktuell bemerken wir den Trend zu erschwinglichen Backwaren. Hier wird es auch 2023 einen Käufershift in den Lebensmitteleinzelhandel geben. Deswegen rechnen wir mit einem fortgesetzten Trend zu verpackten und einzelverpackten Snacks aus dem Supermarkt», erläutert Christoph Kauff, Vertriebsleiter IBIS Backwaren. Das habe in der aktuellen Situation noch einen weiteren Vorteil für Familien und kleine Haushalte: weniger Verschwendung, weil die Produkte länger haltbar sind. Dass «nachhaltiges Snacking» für den Verbraucher wichtig ist, verdeutlicht die Mondelez-Studie. Rund 80 Prozent der Befragten legen zunehmend Wert auf Marken und deren Unternehmenswerte und Verhaltensmodelle. Dass die Konsumenten hier wesentlich bewusster sind, erlebt auch Tim Jerg: «Sie erwarten von Markenherstellern grundsätzlich ein nachhaltiges und ressourcenschonendes Arbeiten entlang der gesamten Wertschöpfungskette.» Faktoren, die auch für die Rügenwalder Mühle wichtig sind. So stellt das Unternehmen seine Snacks unter anderem sukzessive von vegetarisch auf vegan um. Allerdings macht Laura Gosciejewicz, Unternehmenskommunikation & Nachhaltigkeitsmanagement, gleichzeitig deutlich: «Auch wenn Nachhaltigkeit und Themen wie Bio bei allen Produkten immer wichtiger werden, nehmen diese bei Snacks noch eine untergeordnete Rolle ein. Hier dominiert der Genuss.»

 

Lust auf Herzhaftes

Ob zu Hause, bei der Arbeit oder unterwegs: Mit Wurst- und Fleischsnacks wie Dauerwürsten, verzehrfertigen Minifrikadellen oder Salami-Happen kann man bei den Verbrauchern punkten.

Bei Wurst- und Fleischsnacks sind guter Geschmack und Genuss neben der schnellen Befriedigung von Hunger beziehungsweise Appetit wichtige Kaufmotive. Laut Laura Gosciejewicz, Unternehmenskommunikation & Nachhaltigkeitsmanagement Rügenwalder Mühle, geht es auch um Flexibilität und Einfachheit: «Die Produkte müssen praktisch sein, sich für den Verzehr zwischendurch eignen und sich daher auch in praktischen Verpackungen finden.»

«Pflanzliche Alternativen werden zunehmend nachgefragt», sagt Robin Betz, Head of Category, Shopper & Trade Marketing EMEA, LSI Netherlands. Der Category Vision des Unternehmens gemäss bleibt das Geschmackserlebnis zwar das wichtigste Kriterium bei der Entwicklung neuer Alternativen. Doch auch wenn der Veggie-Anteil der Produkte derzeit noch bei unter 5 Prozent liege, dürften vegetarische Alternativen die Kategorie mit 25 Prozent Wachstumsbeitrag zukünftig deutlich stärker voranbringen. Dem Fokus auf alternative Proteinquellen werden 10 Prozent zugeschrieben.

«Insbesondere Wurst-Snacks sind trotz Veggie-Boom nach wie vor ein stark wachsender Markt», sagt Roland Verdev, CEO The Family Butchers Germany, und sieht derzeit viel Spielraum für Produktinnovationen. Simone Prester-Lück, Leitung Marketing Campofrio Group Deutschland, prognostiziert ebenso eine deutliche Nachfrage-Steigerung. 2022 habe man mit seinen Salami-Snacks ein Umsatzwachstum von 24 Prozent verzeichnet. Denn: «Snacken steht für Pause oder Belohnung und bietet eine kleine Auszeit vom Alltag.»

 

News

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Nach vorläufigen Zahlen (Jan.– Sept.) ging die Nachfrage nach Fisch und Meeresfrüchten 2023 im LEH um 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurück.

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In Genf setzt das grösste Manora Restaurant der Schweiz neue Massstäbe in der Handels-Gastronomie.

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MPreis produziert in einer Elektrolyseanlage grünen Wasserstoff.

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Marktforscher wagen einen Ausblick für 2024 und erwarten eine weitere Verunsicherung der Verbraucher. Davon könnte aber der LEH profitieren.

Ausgewählte Aspekte aus der Mondelez-Studie «State of Snacking» (2021)

Eine ausgewogene Ernährung schliesst Genuss nicht aus: Das sagen 80 Prozent der deutschen Befragten – 5 Prozent mehr als noch im Jahr 2020. Dabei wollen 83 Prozent bestimmte Snacks einfach nur geniessen, ohne sich über Ernährungsaspekte Gedanken zu machen. So dient Snacking auch als Weg, mit anderen in Kontakt zu treten.

Die Definition von Snacking hat sich erweitert:  Sie umfasst nun mehr und neue Lebensmittel sowie Anlässe, zu denen gesnackt wird. Das Bedürfnis nach kreativen Genüssen ist gestiegen. Snacks werden als Quelle der Entspannung und Abwechslung für den Alltag betrachtet. Die Verbraucher erwarten zudem, dass die Snack-Möglichkeiten in den nächsten drei Jahren zunehmen.

Nachhaltige Produkte und Marken werden zum Auswahlkriterium:  Immer mehr Konsumenten beziehen in ihre Kaufentscheidungen für Snacks gesundheitliche, emotionale, psychologische und sogar soziale Faktoren mit ein. Sie machen sich bewusster, was sie kaufen – und warum. Zudem neigen sie dazu, Snacking-Marken zu wählen, die ihre persönlichen Werte widerspiegeln.

Die digitale Welt als Inspirations- und Bezugsquelle:  Soziale Medien haben 41 Prozent der Deutschen dazu motiviert, einen neuen Snack zu probieren. Dabei ist das Internet mehr als nur Inspirationsquelle. Ein Drittel (34 %) hat 2021 über mindestens drei neue Kanäle wie Liefer-Apps oder Direct-to-Consumer-Websites Snacks geshoppt – ein wichtiger Impuls für den Handel.

Produkte

Seeberger 
«Crunchy Fava-Snack» – dieser knusprig-salzige Mix enthält frittierte Favabohnen und Kichererbsen sowie geröstete Salzmandeln. Durch diese drei Bestandteile verfügt er über einen Proteingehalt von mehr als 20 Prozent. Die Favabohne ist eine Hülsenfrucht, die in Südamerika und Asien sehr beliebt ist und lange als Grundnahrungsmittel relevant war.
www.seeberger.de

IBIS Backwaren | Snacks 
Die einzeln verpackten «IBIS Schokobrötchen» sind praktisch für unterwegs. Das klassische Originalgebäck aus Frankreich versteht sich als Zwischendurch-Snack für jede Generation und ist mit 12 Prozent Schokolade gefüllt. Die Teilchen lassen sich kalt und warm geniessen.
www.ibis-backwaren.de

Rügenwalder Mühle | Snacks 
«Vegetarischer Mühlen Snack Typ Salami» eignet sich für jede Gelegenheit. Er schmeckt wie eine Mini-Salami und ist ungekühlt haltbar. Statt Fleisch werden Weizen und Eier aus Freilandhaltung sowie eine kleine Menge Rapsöl mit Omega-3-Fettsäuren verwendet. Der Snack ist auch im Teigmantel erhältlich.
www.ruegenwalder.de 

McCain | Snacks 
Die «P!CKERS» lassen sich einfach im Ofen oder Airfryer zubereiten. Die knusprigen Snacks haben neue Formen, genussvolle Rezepturen und kommen in vier Sorten daher: als Cheddar-cremige Nacho Cheese Triangles, mediterran-tomatige Cheesy Italian Pops, knusprig-schmelzende Mini Mozzarella Sticks und süsslich-würzige Crispy Onion Rings.
www.mccain.de

Campofrio | Snacks 
Für neue Impulse im Snackregal sorgen die «Aoste Petit Snacks»: Salami-Happen mit herzhafter Füllung. Die luftgetrockneten, typisch französischen Mini-Salamis gibt es in zwei Sorten: «Cheese» ist mit einer herzhaften Käse-Creme gefüllt, «Chili» mit einer würzigen Chili-Paste verfeinert. Das sorgt für eine leicht pikante Note.
www.aoste.com

LSI – Germany | Snacks 
Die Marke BiFi bietet ihr Portfolio auch in vegetarischen Varianten an. So sind neben der «BiFi Veggie Roll» im Teigmantel, die auch in der XXL-Version gewählt werden kann, «BiFi Veggie Sticks» erhältlich:ein Erzeugnis nach Art einer Salami auf Basis von Weizen, gegart. Limited Editions runden das Angebot ab.
www.bifi.com

ZHG | Snacks
Unter der Marke Jeden Tag bietet der Hersteller Fränkische Landwurst «Salami-Stangerl» in den Varianten «mild» und «würzig» an. Das Sortiment an herzhaften Snacks wird ergänzt um «Salami-Sticks» in den Sorten «classic» und «pikant». Die Stangerl sind in der 90-Gramm-Packung, die Sticks in der 100-Gramm-Packung erhältlich.
www.jeden-tag.de