Nachhaltige Ernährungswende

Montag, 27. September 2021
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Wetterextreme, Klimawandel, zunehmender Verlust von fruchtbaren Böden und Rückgang von Artenvielfalt – dies alles setzt der Lebensmittelerzeugung immer mehr zu und fordert eine nachhaltige Ernährungswende. «Transform» lautet daher das diesjährige Leitthema der Anuga, die vom 9. bis 13. Oktober in Köln stattfindet und sich dieses Jahr erstmals als hybrides Format präsentiert. Die zehn Fachmessen der Anuga  bieten einen Überblick zu kommenden und aktuellen Trends.

Der Wandel der Ernährung wurde bereits vor der Corona-Pandemie immer wieder diskutiert. Allerdings wurde dadurch das Thema deutlich stärker auf die Agenda gebracht. COVID-19 wirkte wie ein Brennglas und machte die Volatilität des weltweiten Ernährungs- und Ökosystems sowie die Notwendigkeit eines globalen Wandels einmal mehr sichtbar. «Es geht darum, wie mit Hilfe von Digitalisierung und technologischem Fortschritt und mit Blick auf die klimatischen Herausforderungen eine nachhaltige Ernährungswende erzielt werden kann», sagt Stefanie Mauritz, Director Anuga.

Der Messe verfolgt das Ziel, einerseits den Transformationsprozess als internationales Businessnetzwerk und zentrale Kommunikationsplattform zu begleiten. Andererseits möchten die Veranstalter die Branche dabei unterstützen, den wirtschaftlichen Erfolg nachhaltig zu sichern und fortzusetzen. Die Transformation in der Ernährung wird daher in allen zehn Fachmessen sichtbar, vor allem durch neue Produkte, die auf die aktuellen Trends in der Ernährung einzahlen.

Besonders die Ernährungstrends machen den Wandel sichtbar. «Hier sind aus meiner Sicht Megatrends wie Nachhaltigkeit, Gesundheit, Convenience und Digitalisierung weiterhin auf dem Vormarsch und werden auch in Zukunft eine zentrale Rolle spielen», so Moritz. Dabei liegt die Omnipräsenz des Themas Nachhaltigkeit nach Auffassung der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) nicht zuletzt an der gesteigerten Nachfrage für nachhaltigere Produkte. «Dieser starke Verbraucherwunsch wird in Zukunft noch mehr die Produktions- und Innovationsprozesse beeinflussen. Es wird noch mehr alternative Wege der Ernährung durch den Ersatz von Proteinquellen und damit einen Ausbau der Produktvielfalt geben», erklärt BVE-Geschäftsführer Olivier Kölsch. In dem Kontext gewinnen Konzepte wie Alternative Meat Proteins, Clean Label, Plant-based Proteins or Foods sowie Sustainably Produced or Packaged an Relevanz und werden auf der Anuga in den Fokus gerückt. Aber auch Themen wie Zero Waste, eine verantwortungsvolle Esskultur und E-Food wird nach Meinung der Koelnmesse in den nächsten Jahren weiter an Bedeutung gewinnen.

Sonderschauen

Ferner bietet die Anuga eine Reihe neuer Sonderschau- und Kongressformate, die auf das Leitthema «Transform» einzahlen. Mit den Sonderschauen «Anuga Clean Label», «Anuga Free From, Health & Functional Foods» sowie dem Format «Anuga Meet More Meatless» innerhalb der Anuga Meat greift die Anuga neue Konsumentenbedürfnisse auf und bieten Einkäufern und Medien einen Überblick über Produktinnovationen in diesen Trendkategorien. Diese Formate zahlen zudem auf die Megatrends Gesundheit und Nachhaltigkeit ein und spiegeln die wachsende Nachfrage nach Clean Eating und Non-GMO beziehungsweise natürlichen Produkten mit gesundheitsorientierten Zusatznutzen sowie den Trend hin zu einer pflanzenbasierten und damit fleischreduzierten Ernährung wider. Dies belegen laut der Koelnmesse auch aktuelle Zahlen. Hinsichtlich der Marktgrösse von Fleischersatzprodukten beispielsweise gab es laut Euromonitor International von 2016 bis 2020 in China ein Wachstum um 28 Prozent auf 10,8 Milliarden US-Dollar, in den USA um 54 Prozent auf 1,6 Milliarden US-Dollar und Westeuropa um 39 Prozent auf rund 1,9 Milliarden US-Dollar.

Zusätzlich rückt die Messe mit dem Anuga-Debüt der von ProVeg organisierten New Food Conference unter dem Motto «Plant-based meets cellular Agriculture» sowie der Fortsetzung des Innovationsgipfels «Newtrition X – Personalisierte Ernährung» gemeinsam mit der foodregio die nachhaltige und gesundheitsfördernde Ernährung in den Fokus. Die Anuga wird hier als erste Ernährungsmesse das Thema Invitro- beziehungsweise zellbasiertes Fleisch thematisieren. «In diesem Thema sehen wir in den nächsten Jahren enormes Potenzial», erklärt Moritz.

Ausblick auf 2022
Auch 2022 wird die Branche laut BVE vor grosse Herausforderungen stellen – sei es durch politische Rahmenbedingungen, eine hohe Volatilität an den Rohstoffmärkten oder der Fachkräftemangel. Zudem ist der internationale Handel weiterhin schwierig, Handelsbarrieren machen den Transfer von Waren aufwendig. Zudem hat die Corona-Pandemie für eine Disruption der internationalen Lieferketten gesorgt. Der Schlüssel zur Bewältigung dieser Herausforderungen liegt in der Innovations- und Anpassungskraft der Unternehmen, ist BVE-Geschäftsführer Olivier Kölsch überzeugt. Die Anuga bietet dazu die passende Plattform.

Das neue hybride Format der Anuga

Neues Format
Mit dem hybriden Format geht die Koelnmesse neue Wege bei der Anuga 2021. Demzufolge wird die gewohnte physische Produktschau zusätzlich durch das neue digitale Element Anuga @home ergänzt. Die Produktpräsentationen auf den Messeständen vor Ort können so durch weitere digitale Angebote auf der neuen Plattform ergänzt werden, beispielsweise in Form einer digitalen Ausstellerpräsenz in den Showrooms oder über Product Stages für Produktneuheiten und Networking-Möglichkeiten. Auch das umfassende Event- und Kongressprogramm der Anuga wird in diesem Jahr teilweise physisch und digital erlebbar sein.

Messebesuch
Um die hybride Anuga zu besuchen, können die Fachbesucher und Medienvertreter wie gewohnt ein Ticket über den Ticketshop der Messe erwerben. Dabei ist es in diesem Jahr besonders wichtig, dass sich jede Person im Vorfeld der Messe persönlich im Ticket-Shop der Anuga registriert, damit die Rückverfolgbarkeit im Falle einer Corona-Infektion gewährleistet ist. Der Kauf einer Tageskarte für den Messebesuch in Köln beinhaltet gleichzeitig eine Dauerkarte für die digitale Anuga @home.

3-G-Prinzip
Wie wir bereits von anderen öffentlichen Bereichen gewohnt sind, haben vor Ort ausschliesslich vollständig geimpfte, nicht länger als sechs Monate genesene sowie aktuell negativ getestete Personen Zutritt zur Messe. Dieses «3G“-Prinzip» gilt für alle Aussteller, Besucher und alle weiteren Beteiligten. Die Messe vor Ort wird vom 9. bis 13. Oktober und die digitale Plattform vom 11. bis 13. Oktober stattfinden, um damit an den ersten Tagen der Anuga den Fokus auf der physischen Messe zu haben. Der Zugang zur digitalen Plattform erfolgt mit persönlichem Login und Passwort.