Kochtypen: Wer kann, kocht

Donnerstag, 02. Juni 2016

Mit dem Wandel in der Gesellschaft verändert sich zunehmend auch unsere Ernährung. Welche Kochtypen es gibt und wie diese einkaufen. Die Chancen für den Handel.

Béatrice Guillaume-Grabisch, Vorstandsvorsitzende Nestlé Deutschland
„Wir sind davon überzeugt, dass für den Handel Inspiration und Service künftig noch wichtiger werden. Das liegt auch an der zunehmenden Bedeutung von E-Commerce. Wer derzeit online Lebensmittel einkauft, sieht vor allem hinsichtlich der Auswahl und der Bequemlichkeit Vorteile. Aber: Unsere Zukunftsstudie „Wie is(s)t Deutschland 2030?“ zeigt, dass gleichzeitig auch die Ansprüche der Verbraucher steigen. Sie werden emanzipierter, anspruchsvoller, individueller, flexibler und weniger loyal sein. Die Verbraucher legen mehr Wert auf ihren individuellen Lebensstil und wollen diesen auch ausdrücken. Daraus ergeben sich viele Chancen für den Handel und Potenziale, die noch besser genutzt werden können: Etwa durch persönliche, individuelle Beratungsangebote und die Entwicklung hin zu einer Inspirations- und Impulsplattform. Diese Veränderungen machen auch eine neue Gestaltung der Verkaufsflächen notwendig. Die Präsentation der Produkte muss den Bedürfnissen und Vorstellungen des Kunden entsprechen und deren Lebensstil widerspiegeln. Die Kunden wollen künftig in Erlebniswelten einkaufen. In manchen Kategorien wie „Frische“ oder „Wein“ ist der Handel da ja auch schon auf einem guten Weg.“

Jeanett Schäfer, Leitung Tegut Kochwerkstatt
„Das Thema Ernährung und die Bedeutung für die eigene Gesundheit hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Aktuelle Entwicklungen wie vegane Lebensweise, Super- und Rawfood oder auch hochwertige Convenience-Produkte, mit denen schnell etwas Gutes zubereitet werden kann, belegen diesen Trend. Die Kunden sind deutlich kritischer geworden, was mit dem Lebensmittel entlang der Wertschöpfungskette passiert und das Beschäftigen mit der eigenen Ernährung, nicht auch zuletzt aufgrund von Unverträglichkeiten, ist in der breiten Bevölkerungsschicht angekommen.“

Christine Brombach, Professorin für Food Sociology and Nutrition an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften
„Kochen wird zunehmend als ganzheitlicher Prozess gelebt und ausgeführt. Kochen beginnt bei vielen Verbrauchern schon beim Einkauf. Erstklassige Auswahl, die Inspiration der Waren, das Auswählen der Zutaten gehört als Teil der Vorarbeit dazu. Viele Starköche kaufen selbst ein, überzeugen sich so von den erstklassigen Zutaten, die über den Erfolg des Kochens entscheiden. Aus minderwertigen Zutaten lassen sich trotz aller Mühe keine guten Gerichte kochen. Vielfach unterscheiden sich die Gerichte in der Auswahl erlesener Zutaten, transformieren ein ansonsten eher einfaches Gericht in ein Luxusmahl. Beispielsweise sind die ersten Frühkartoffeln sehr teuer, bestimmte regionale Spezialitäten nur begrenzt erhältlich und damit hochpreisig.“

News

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Die deutschen Verbraucher geben weiterhin viel Geld für ihre Schönheits- und Haushaltspflege aus.

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In Brasilien, dem weltweit grössten Produzenten von Orangensaft (80 % Marktanteil), zeichnet sich ein Rückgang der Orangenernte für die Saison 2024/2025 um 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ab.

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Gemeinsam mit Partnern sagt Müller dem Plastikmüll in Kroatien den Kampf an. Ziel ist langfristiger Umweltschutz im Rahmen eines Kreislaufsystems.

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Um ihr E-Auto an einem der bundesweit über 300 Märkte mit Ladesäulen zum besten Tarif aufzuladen, können Kunden künftig auch die «Kaufland Card» nutzen.

Info

Was die acht Kochtypen laut  ­BVE-GfK-Studie „Consumers Choice 2015“bevorzugt einkaufen:
Der Warenkorb des Edelkochs enthält überproportional viel Fisch, Eier, Gemüse, Kartoffeln, Fleisch und Geflügel sowie alkoholische Getränke in Premium-Qualität.
Der Alltagskoch legt Wert auf Qualität, achtet jedoch mehr auf den Preis. Kein anderer Kochtyp kauft so viel Frischgemüse. Er verwendet überproportional oft pflanzliche Brotaufstriche. Nach dem Aufwärmer, der fast ausschließlich Fertiggerichte kauft, ist er der häufigste Verwender von Konserven.
Der Gelegenheitskoch scheint ein fleißiger Bäcker zu sein. Auffällig ist sein ausgeprägter Einkauf von Obst und Backzutaten wie Mehl, Hefe oder Tortenböden.
Der Wochenendkoch kauft überdurchschnittlich oft Babyprodukte, Überraschungseier, Fruchtsäfte und Knabberprodukte. Oft kauft er zudem Frischteige, Backmischungenen und Tees.
Der Snacker ist der ungesundeste Kochtyp. Er ernährt sich häufig von Eis, Joghurt oder Desserts.
Der Rohkostbereiter ist auf Obst fixiert. Ebenfalls kauft er gerne pflanzliche Brotaufstriche und Schokolade.
Der Außer-Haus-Esser isst zu Hause vor allem Butterbrote mit Wurst und anderen deftigen Auflagen.

 

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