Der Standort macht‘s

Dienstag, 04. November 2014
Fotos: Firma J. Kiennast

Neuer Ansatz, neue Strategie, neuer Markt: Das Handelshaus Kiennast hat mit „Nah&Frisch punkt“ die Nahversorgung im Blick und will damit einen neuen Markt erschließen. Die Fakten.

Nahversorgerlücken mit einem straffen Sortiment insbesondere in Ballungsgebieten und Frequenzlagen mit dem neuen Marktkonzept „Nah&Frisch punkt“ abzudecken, ist das erklärte Ziel des Handelshauses Kiennast aus Niederösterreich. Hintergrund: Die Handelskonzentration nimmt zu – nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich – und damit der Wettbewerb um die Kunden. Gefragt sind innovative Konzepte, die die aktuellen Bedürfnisse der Verbraucher aufgreifen. Dabei sollte das Augenmerk nicht allein auf dem Sortiment liegen, vielmehr gilt es auch die individuellen Lebensstile der Verbraucher miteinzubeziehen. Fakt ist: Mobilität und Zeitdruck steigen; das hat Auswirkungen auf das Einkaufsverhalten und die Einkaufsmotive der Verbraucher. Der Einkauf muss schnell vonstattengehen.

Nahversorgung im Fokus

Tante-Emma-Läden dürften in diesem Kontext wohl etwas zu kurz greifen. Denn schließlich möchten die Verbraucher auch eine gewisse Auswahl haben. „Es gibt genügend Standorte mit Bedarf an Nahversorgung“, sagt Julius Kiennast, Geschäftsführer des gleichnamigen Lebensmittelgroßhandels. Genau darauf zielt der Modellmarkt „Nah&Frisch punkt“ ab. Ein Konzept, das aus der Feder der Nah&Frisch-Großhandelshäuser und der Nah&Frisch Marketingservice GmbH in Wien stammt. „Wir wollten ein neues Konzept entwickeln, mit dem wir in die Ballungsräume gehen und auch einen neuen Markt erschließen können“, erklärt Kiennast. Fakt ist: Die Nah&Frisch-Märkte sind traditionell auf die ländlichen Gebiete fokussiert und von klassischen Nah&Frisch-Kaufl euten besetzt.

Neben einer Citylösung sowie Shop-in-Shop-Lösung wurden schließlich verschiedene Ansätze getestet. Letztlich haben sich für Kiennast zwei Modelle herauskristallisiert: der Tankstellen-Markt und die Stand-alone-Lösung. Doppler, der größte private Tankstellen-Betreiber Österreichs und bereits Kunde des Handelshauses Kiennast, konnte dabei als Partner gewonnen werden. Im April 2014 wurde bei der Doppler-Tankstelle in Wels der erste Modellmarkt „Nah&Frisch punkt“ eröffnet. Mitte Juli erfolgte dann die Eröffnung des Stand-alone-Marktes in Wien-Leopoldstadt. Die Belieferung der Stores übernimmt Shop Top Service. Ein Unternehmen, das sich auf den Vertriebsservice von Tankstellen spezialisiert hat und jeweils zu 50 Prozent Kiennast sowie Wedl gehört. Kiennast fungiert bei den beiden Projekten somit als Lieferant und auch als Konzeptgeber. 

Schwerpunkt Frische

Der Fokus der Märkte liegt auf Frische, auf einem straffen Nahversorgersortiment sowie auf einem schnellen Einkauf. Ein Sortiment von 1.200 bis 1.400 Artikeln sowie eine Verkaufsfläche von 80 Quadratmetern sind weitere Key-Facts. Somit geht auch das Angebot im Tankstellen-Markt über das herkömmliche Sortiment eines Tankstellen-Shops hinaus. Zudem setzt Kiennast mit frischem Brot und Backwaren sowie Sandwiches und Snacks, die vor Ort zubereitet werden, auf den Sofortverzehr. Einen Schwerpunkt bildet auch das Kaffee-Konzept. Ferner werden SB-Wurst und SB-Käse, Molkereiprodukte, Tiefkühlkost, Süßwaren, Salzgebäck, Feinkost, WPR, Kosmetik und Tiernahrung angeboten. Indessen sind die Preise in den Modellmärkten etwas höher als in den Nah&Frisch-Märkten, aber immer noch deutlich unter den Preisen der Tankstellen-Shops. „Die gute Lage kann für den schnellen Einkauf genutzt werden, da wir ein straffes Nahversorgersortiment und das Wichtigste für den täglichen Einkauf auf einer komprimierten Verkaufsfläche bieten“, fasst Julius Kiennast den Mehrwert des Modellmarktes Nah & Frisch punkt zusammen. So sieht er auch in diesem Nahversorger-Konzept attraktive Chancen und Potenziale für die Zukunft.

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Interview

Julius Kiennast, Geschäftsführer Kiennast Lebensmittelgroßhandel, zum Modellmarkt Nah&Frisch punkt.

Was war der Anlass, diesen Modellmarkt zu konzipieren?
Wir wollten ein neues Konzept entwickeln, mit dem wir auch in die Ballungsräume und Frequenzlagen gehen können, um so auch einen neuen Markt zu erschließen. Die Nah&Frisch-Märkte sind ja traditionell eher auf die ländlichen Gebiete fokussiert und auch von klassischen Nah&Frisch-Kaufleuten besetzt.  

Wie viele Nah&Frisch punkt-Märkte gibt es mittlerweile?
Im April haben wir bei der Doppler-Tankstelle in Wels den ersten Modellmarkt „Nah&Frisch punkt“ eröffnet. Mitte Juli erfolgte dann die Eröffnung des Stand-alone-Marktes in Wien-Leopoldstadt. Die Belieferung der Stores übernimmt Top Shop Service. An dem Convenience-Unternehmen sind wir und Wedl zu je 50 Prozent beteiligt.

Wie groß ist die Artikelzahl in den Märkten?
Bei beiden Modellen – also Tankstellen-Markt und Stand-alone-Lösung – liegt die Artikelzahl zwischen 1.200 und 1.400. Somit geht auch das Angebot im Tankstellen-Markt über das herkömmliche Sortiment eines Tankstellen-Shops hinaus.

Was unterscheidet denn den Tankstellen-Markt von der Stand-alone-Lösung?
Die Verkaufsfläche ist bei beiden Modellen gleich und liegt bei etwa 80 Quadratmetern. Sie unterscheiden sich nur etwas im Sortiment. So werden im Wiener Markt unter anderem Produkte wie Mozartkugeln breiter platziert. Das Angebot ist auf die Touristen und die Region abgestimmt. Grundsätzlich aber gibt es eine Sortimentsvorgabe, damit wollen wir Einheitlichkeit wahren.

Auf welche Bereiche haben Sie besonderes Augenmerk gelegt?
Bei den Nah&Frisch punkt-Märkten ist uns Frische, aber auch Convenience wichtig. Daher haben wir unseren Fokus auch darauf gelegt. Außerdem gibt es eine straffe Auswahl an Grundnahrungsmitteln, Lebensmitteln und Nonfood-Artikeln. Wir bieten in unseren Modellmärkten das Wichtigste für den täglichen und schnellen Einkauf.

Sind die Preise in den Modellmärkten identisch mit den Preisen in den Nah&Frisch-Märkten?
Nein. Die Preise in den Nah&Frisch punkt-Märkten sind etwas höher als in den klassischen Nah&Frisch-Märkten, aber sie liegen immer noch deutlich unter den Preisen eines Tankstellen-Shops.

Was sind die Topseller in Ihren Modellmärkten?
Zu den Topsellern gehören neben den frischen Brot- und Backwaren auch alkoholische sowie nicht-alkoholische Getränke und Süßwaren.

Wer ist die Zielgruppe?
Wir wollen die Märkte an frequenzstarken Standorten in Städten platzieren. Von daher sind Geschäftsleute, Angestellte in nahegelegenen Büros oder auch andere Verbrauchergruppen unsere Zielgruppe, die ihr Frühstück, Mittagessen, belegte Sandwiches, die im Übrigen vor Ort zubereitet werden, oder ihren Coffee-to-go  in den Märkten kaufen. Die gute Lage kann für den schnellen Einkauf genutzt werden.

Wie unterscheidet sich ein Nah&Frisch punkt-Markt von den Nah&Frisch-Märkten?
Zum einen ist das Sortiment bei den Nah&Frisch punkt-Märkten straffer. Wir bieten ein straffes Nahversorgersortiment und das Wichtigste für den täglichen Einkauf. Zum anderen gibt es keine Handzettelwerbung, wir setzten auf Aktivitäten direkt vor Ort. So haben wir in Wien kürzlich Rabattgutscheine für Kaffee und Kuchen verteilt. Das kommt bei den Verbrauchern auch gut an.

Welches Ziel haben Sie sich mit Nah&Frisch punkt für das Jahr 2015 gesetzt?
Wenn die beiden Pilotmärkte, also der Tankstellen-Markt in Wels sowie die Stand-alone-Lösung in Wien, gut laufen, können wir uns einen Roll-out von etwa zehn neuen Märkten im nächsten Jahr gut vorstellen.