Ausgabe:

So wichtig wie noch nie

Donnerstag, 06. Juli 2017
Foto: G. Lukas

Die Bedientheke gilt traditionell als starker Differenzierungsfaktor im Lebensmittelhandel. Aktuelle Studien zeigen, dass die Theke für den Verbraucher unverändert attraktiv ist – und sogar noch Potenziale bietet. 

Die Bedientheke gilt traditionell als starker Differenzierungsfaktor im Lebensmittelhandel. Aktuelle Studien zeigen, dass die Theke für den Verbraucher unverändert attraktiv ist – und noch Potenziale bietet.

Für die meisten Vollsortimenter – auch unter den MARKANT Mitgliedern   ist die Bedientheke unverzichtbar, und das aus guten Gründen. Zum einen ist die Theke einer der wenigen Kontaktpunkte im Markt, an dem noch eine Kommunikation mit dem Kunden stattfindet. Die Theke ist also ein starkes Kundenbindungsinstrument. Hinzu kommt noch eine Reihe weiterer handfester Vorteile, wie die unabhängige Marktforschungsberatung mafowerk in Fürth mit ihren Consumer Insights-Studien zum Verbraucherverhalten beim Kauf von Wurst und Käse detailliert untersucht hat.

Theke punktet mit Qualität, SB-Bereich mit Zeitersparnis

Wurst und Käse sind zentrale Bestandteile des Einkaufs- und Speiseplanes der deutschen Konsumenten: Knapp 90 Prozent der Käseliebhaber kaufen mindestens einmal in der Woche Käse, bei den Wurstkäufern kaufen 40 Prozent sogar mehrmals in der Woche. 83 Prozent der Fleischkäufer halten die Bedientheke für ein zumindest wichtiges Kriterium bei der Auswahl ihrer Einkaufsstätte. Bei der Entscheidungsfindung für den Käsekauf an der Theke werden als Kriterien die Empfehlung des Verkaufspersonals und die Herkunft der Milch deutlich wichtiger. Auch die Marke als Orientierungspunkt spielt hier eine zunehmend größere Rolle. Immerhin 47 Prozent der Befragten konnten Marken an der Käsetheke nennen.

Weiterhin ergab die Studie zum Käseeinkauf: Zeitersparnis ist und bleibt der Hauptgrund bei der Entscheidung zugunsten des SB-Kühlregals. Fast 90 Prozent der SB-Käufer kaufen dort, „weil es schnell geht“. Das Argument „gleiche Qualität und Angebotsvielfalt wie an der Bedientheke“ hingegen nannten bei der Befragung 2016 deutlich weniger Verbraucher als Kaufgrund für den SB-Bereich als noch in den Vorjahren. Im Umkehrschluss sammelt die Theke also auch diesbezüglich Punkte.

Chance auf Kundenbindung und mehr Frequenz

„Besonders durch die Ausweitung des Käse-Angebotes im SB-Kühlregal steht das Sortimentsangebot an der Bedientheke vor der großen Herausforderung, ständig Neues zu bringen, sich durch Andersartigkeit abzugrenzen, den Kunden dabei aber nicht zu überfordern“, berichten die Autoren der Studie. Daher werde ein erfolgreiches Category Management für die Bedientheke zukünftig aufwändiger und auch schnelllebiger sein. Denn: „Verbraucher erwarten gerade an der Theke das Besondere und das Außergewöhnliche. Bei den Käsearten ist der Bergkäse am beliebtesten in den deutschen Bedientheken. Mozzarella und Feta werden am häufigsten im SB-Regal gekauft, Länderspezialitäten wie spanischer Queso Manchego oder französischer Comté wiederum sind die Domäne der Bedientheken.

Für den Handel bieten die Bedientheken aus Sicht der Marktforscher von mafowerk die „Chance für Kundenbindung und mehr Frequenz“, da Kunden die Bedienthekenkompetenz gezielt suchen. Voraussetzung ist die konsequente Umsetzung der Kundenwünsche. Das sind vor allem Auswahl, Warenpräsentation und Personalkompetenz. Diese drei Aspekte setzten die befragten Verbraucher bei der Beurteilung der Thekenkonzepte eines Handelsunternehmens ganz oben auf ihre Prioritätenliste. Eine weitere Erkenntnis: Der Einkauf an der Bedientheke muss stressfrei und angenehm verlaufen. Deshalb sind Freundlichkeit, Empfehlungs- und Servicebereitschaft des Personals wichtige Eckpfeiler an der Theke.

Info

Welchen Stellenwert haben frische Lebensmittel, wo kaufen die Deutschen am liebsten ein, welche Rolle spielt der Preis? Diese Aspekte hat das Marktforschungsinstitut OpinionWay im Auftrag von Bizerba Im Februar 2017 mit einer repräsentativen Umfrage unter mehr als 1.000 Konsumenten beleuchtet. 
 
41%
der Befragten gaben an, heute mehr frische Produkte zu konsumieren als noch vor fünf Jahren. Das durchschnittlich für frische Produkte ausgegebene Budget beträgt monatlich 131 Euro. Auf die Frage, welches Handelsformat ihren Erwartungen ani frische Lebensmittel am besten entspricht, nannten deutlich mehr als die Hälfte der Verbraucher (55 %) Supermärkte und Discounter, gefolgt von Direktverkauf und Wochenmarkt (43 %). Schlüsselfaktoren für den Einkauf sind neben Preis und Angeboten die Qualität sowie die Optik und Herkunft des Produktes.

„Die Ergebnisse bestätigen, dass Deutschlands Verbraucher die hohen Investitionen des Handels in Bezug auf frische Lebensmittel wertschätzen”, sagt Tudor Andronic, Vice President Global Retail bei Bizerba. „Gleichzeitig formulieren die Kunden den deutlichen Wunsch nach einem weiter verbesserten Einkaufserlebnis. Dieser Erwartung sollte der Lebensmittelhandel mit noch mehr Beratung und Information begegnen.“

 

Info

MARKANT Mitglieder zeigen Flagge an der Theke
 

Das Kaufland SB-Warenhaus in Mosbach wurde mit dem „Fleisch-Star 2017“ ausgezeichnet. Das Unternehmen belegte in seiner Kategorie der SB-Warenhäuser den ersten Platz. Diese Auszeichnung wird jährlich von der Fachzeitschrift „Lebensmittel Praxis“ verliehen und zeichnet die besten Fleisch- und Wursttheken Deutschlands aus. Kaufland  Mosbach hat die Jury mit seiner großen Auswahl an deutschen und internationalen Fleisch-Spezialitäten überzeugt. Insbesondere an der Fleisch-Bedienungstheke gibt es ein vielfältiges Angebot  vom Schwein, Rind, Kalb und Lamm sowie internationale Fleisch-Spezialitäten: American Beef aus den USA, Irish Beef sowie Rindfleisch „Charoluxe“ aus Frankreich. Zusätzlich bietet Kaufland an der Theke fachliche Beratung durch seine kompetenten Mitarbeiter.

Bartels-Langness (BeLa) setzt in seinen neuen oder modernisierten Häusern gezielt auf moderne Bedienungstheken. Das neue famila-SB-Warenhaus in Heiligenhafen beispielsweise bietet  an den Bedientresen für Fleisch, Wurst und Käse auf  20 Metern Länge eine große Auswahl und persönliche kompetente Beratung. Auch im modernisierten Markant-Markt in Kronshagen erhielt der Fleischtresen als letzte große Maßnahme vor der Neueröffnung eine neue Optik. An der schwarz gefliesten Rückwand hängen nun Bildschirme, die über besondere Angebote informieren. Vor allem auch werden die frischen Waren jetzt noch ansprechender präsentiert. Der Schwerpunkt des Markant-Konzepts liegt im Frischebereich. Die Bedienungsbereiche für Fleisch, Wurst und Käse bieten kompetente Beratung und eine große Auswahl an Spezialitäten aus der eigenen Herstellung. 

Real legt besonderen Wert auf eine gewinnende, gut strukturierte Warenpräsentation. Durch die ausgewogene Mischung von Selbstbedienung und Bedientheken setzt sich Real von Discountern sowie Mitbewerbern im SB-Warenhaussegment ab. Eine wichtige Rolle spielt vor allem die fachkundige Beratung – gerade auch an den Theken.