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Nachhaltige Pionierarbeit

Dienstag, 05. November 2019
Foto: © Kaufland

Bei Kaufland spielt das Engagement für Nachhaltigkeit und Tierwohl eine wichtige Rolle. Neben vielen anderen Projekten unterstützt der MARKANT­ Partner aktuell einen wegweisenden Ansatz in der Lachszucht.

Lachse, Garnelen und Co. zu Vegetariern machen – und damit zur Schonung der marinen Ressourcen beitragen: Diese Vision treibt Wissenschaftler des Essener Mischkonzerns Evonik seit Jahren an. Inzwischen haben sie auf mehreren Feldern grosse Fortschritte erzielt. Zuletzt gelang es, Omega-3-Fettsäure-Produkte aus Algen herzustellen und damit das für Lachs und andere Farmfische lebenswichtige Fischöl zu ersetzen (s. INFO). Kaufland hat dieses zukunftsweisende Verfahren von Anfang an unterstützt und bietet inzwischen mit Algenöl gefütterten Lachs sukzessive in seinen deutschen Filialen an.

Lieferant von Kaufland ist der norwegische Lachsfarmer Lingalaks. Lachse mit natürlichen Algen zu ernähren, treffe weltweit den Nerv von Verbrauchern und Einzelhändlern, heisst es bei Lingalaks. Auch Andreas Schopper, Leiter Einkauf bei Kaufland, ist überzeugt, dass dies die richtige Entscheidung für die Zukunft ist: «Der mit Algenöl gefütterte Lachs ist innovativ und hochwertig, und er kommt dem steigenden Verantwortungsbewusstsein für den schonenden Umgang mit Ressourcen entgegen.» Kaufland bestätigt, dass die Gespräche mit den Produktionspartnern fortgeführt werden, um den bisher in Selbstbedienung erhältlichen Frischfisch auch auf andere Segmente (TK, verarbeitete Produkte) auszuweiten.

Tierschutz bei Farmfisch

Eingebunden ist diese Initiative in die «Tierschutzstandards Aquakultur», die Kaufland zusammen mit der «Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt» 2019 ins Leben gerufen hat. An den Fischtheken achtet Kaufland darauf, vorrangig zertifizierten Fisch anzubieten, den Verkauf von stark gefährdeten Arten auszuschliessen oder auch innovative Verfahren wie die Lachszucht mit Algenöl zu fördern. Bei Kaufland bildet die «Richtlinie Fisch» die Grundlage für eine nachhaltige Gestaltung des gesamten Fischsortiments von Feinkost über Konserven bis hin zu Tiefkühl- und Frischfisch. Auch bietet der MARKANT Partner seit einigen Jahren als erster Lebensmittelhändler bei seinem kompletten Tiefkühl-Eigenmarkensortiment nur noch ASC-, MSC- oder GGN-zertifizierten Fisch und Garnelen. Hinzu kommen weitere Massnahmen wie Artikel mit dem SAFE-Logo (delphinsicherer Thunfischfang) oder Produkte der Marke followfish (nachhaltiger Wildfang oder Aquakultur).

Kooperation mit Landwirten

Eine Vorreiterrolle nimmt Kaufland seit Jahren mit seinen in der «Richtlinie Tierwohl» festgeschriebenen Initiativen ein. Nachdem das Unternehmen als einer der ersten Lebensmittelhändler im Mai 2018 die Tierhaltungsform auf dem Produkt transparent gemacht hat, ging es im September 2019 einen logischen Schritt weiter und führte deutschlandweit in allen Filialen Schweinefleisch aus Haltungsform Stufe 3 «Aussenklima» ein. Seit Sommer 2019 bietet Kaufland Frischmilch mit dem Tierschutzlabel des Deutschen Tierschutzbundes (DTB) in mehreren Bundesländern an. Die Produkte sind mit zwei Sternen, der höchsten Stufe des Tierschutzlabels, ausgezeichnet. Das bedeutet zum Beispiel, dass Milchkühe mehr Platz im Stall sowie ganzjährig Zugang zu einem Laufhof und einer Weide haben.

Auch bei der Umstellung durch das Verbot der betäubungslosen Kastration von Ferkeln ab 31.12.2020 unterstützt Kaufland bereits jetzt seine Vertragslandwirte.
Zum Welttierschutztag am 4. Oktober haben bereits zwölf von rund 60 Kaufland-Vertragslandwirten auf eine der vier zugelassenen Methoden umgestellt. «Bis Mitte 2020, und damit bereits ein halbes Jahr vor der Gesetzesfrist, werden wir komplett auf die betäubungslose Ferkelkastration verzichten und damit unseren Beitrag zu mehr Tierwohl in der Schweinehaltung leisten,» sagt Stefan Gallmeier, Leiter Einkauf Fleisch bei Kaufland.

 

Info

Mit Biotech gegen Überfischung

Rund 150 Millionen Tonnen Fisch werden jährlich weltweit verzehrt, schätzt die Welternährungsorganisation FAO. Um die wachsende Weltbevölkerung ernähren zu können, werden laut FAO bis 2030 weitere 50 Millionen Tonnen gebraucht, die sich wegen der Überfischung der Meere nur aus Aquakulturen decken liessen.

Für den Markt bedeutende Arten wie Lachs, Forelle oder Black-Tiger-Garnele müssen in Farmen jedoch mit Fischmehl und -öl gefüttert werden, weil sie deren Aminosäuren zwingend benötigen. Rund drei Viertel des weltweit erzeugten Fischmehls geht in die Aquakultur.

Als ressourcenschonende Alternative stehen jetzt erstmals Omega-3-Fettsäure-Produkte zur Verfügung, die biotechnologisch aus Meeresalgen hergestellt werden. Das Verfahren wurde von der Essener Evonik AG gemeinsam mit der niederländischen DSM entwickelt, die Produktion übernimmt deren Joint Venture Veramaris in den USA.

Die aktuelle Kapazität kann rund 15 Prozent des gesamten jährlichen Bedarfs an den Aminosäuren EPA und DHA der weltweiten Lachszucht decken und so 1,2 Millionen Tonnen Fisch ersetzen. Veramaris hatte frühzeitig den Dialog mit allen Akteuren entlang der Lachs-Wertschöpfungskette gesucht. Als Partner aus dem europäischen LEH hat Kaufland dabei entscheidend mitgewirkt.