Ausgabe:

Kühlmöbel: Für prima Klima sorgen

Montag, 07. Juli 2014

Der größte Hebel zum Klimaschutz liegt in den Kühlmöbeln der Supermärkte. Einzelne Hersteller senken nicht nur die laufenden Betriebskosten, sondern arbeiten schon bei der Produktion klimaneutral.

In einem Supermarkt verursacht allein die Kälteerzeugung rund 65 Prozent der gesamten Stromosten des Marktes. 20 Prozent entfallen auf die Beleuchtung, zwischen sechs und zehn Prozent auf die Lüftung. Diese Werte hat die Energie-Agentur NRW ermittelt. Bei bestehenden Anlagen kann der Stromverbrauch der Kühlmöbel durch Nachrüstungen um bis zu 30 Prozent gesenkt werden. Ist eine komplette Neueinrichtung fällig, hat der Handel die größten Spielräume nachhaltig niedrige Verbrauchswerte. „Nachhaltigkeit ist für alle Bereiche des Einzelhandels ein zentrales Thema, aber das volle Einsparungspotenzial kann nicht ausgeschöpft werden, wenn der Aspekt der Kühlung isoliert betrachtet wird", sagt Thierry Jomard, President von Carrier Commercial Refrigeration Europe. Um das gesamte Einsparpotenzial auszunutzen, müsse die gesamte Gebäudetechnik mit einbezogen werden. Die neueste Entwicklung im Rahmen der bewährten CO2OLtec-Reihe von Carrier nutzt das natürliche Kühlmittel CO2 für einen voll integrierten Ansatz zur Kühlung, Raumklimatisierung und Belüftung. Mit diesen standardisierten Systemlösungen lassen sich laut Carrier gegenüber einem konventionellen R404A-Kühlungs- und Gasheizungssystem bis zu 30 Prozent Energiekosten und 50 Prozent der Kohlendioxid-Emissionen des Systems einsparen. Bereits im Oktober 2013 hat Carrier das 100. CO2OLtec-Integralsystems in einem Schweizer Spar-Supermarkt installiert. Elias Steiner, Bereichsleiter für Bau und Facility-Management der Spar Gruppe Schweiz, meint: “Die integrale Planung und Ausführung der gesamten Haustechnik inklusive Berücksichtigung der Gewerbekälte macht schon deshalb Sinn, weil die Gewerbekälte in einem Supermarkt anteilsmäßig der größte Kälteerzeuger, der größte Abwärmeerzeuger und der größte Stromverbraucher ist. Dies alles in einem Konzept unter einen Hut zu bringen und steuerungstechnisch optimal aufeinander abzustimmen, ist zukunftsweisend.“

Einzelne Handelsunternehmen achten darauf, dass die Kühlmöbel bereits im Werk möglichst energiesparend und klimaschonend hergestellt werden. Stichwort: CO2-Footprint in der Beschaffungskette. Hier setzt das KMW Kühlmöbelwerk mit einem Maßnahmenpaket zur Verringerung der CO2-Emissionen am Standort Limburg an. "In Kombination mit Ökostrom kann der Handel mit dem klimaneutral hergestellten Kühlmöbel 'Albatros proKlima' den Bereich Kühlung vollständig klimaneutral betreiben", sagt ein KMW-Sprecher. Schlüssel für die CO2-neutrale Produktion der KMW-Möbel sind CO2-Zertifikate der Forest Carbon Group. Die Mittel der von KMW erworbenen Zertifikate fließen dem kanadischen "Great Bear Forest Carbon Project" zu. Die von KMW erworbenen Zertifikate helfen im Endeffekt mit, dass der  größte intakte Regenwald in gemäßigter Klimazone vor Abholzung bewahrt wird und damit als CO2-Absorber und -Speicher weiter zur Verfügung steht. Das Great Bear Forest Carbon Project trägt auf verschiedene Weise zum Schutz von Klima und Umwelt bei. Es sichert den Erhalt einer reichen Artenvielfalt (Grizzlies, Vögel, Wild, Meeressäuger, Kermodebär), schützt ein komplexes Ökosystems (naturbelassene Flüsse, Insel- und Fjordgebiete, Wattboden) und schafft Arbeitsplätze und Gewinnbeteiligungen für Ureinwohner. KMW ist nach eigener Darstellung der einzige Hersteller eines kompletten Programms gewerblicher Kühl- und Tiefkühlmöbel, der noch in Deutschland produziert.

Downloads

AnhangGröße
Wettbewerbsfaktor_Nachhaltigkeit.pdf(2.28 MB)