Ausgabe:

Impulse für Innovationen

Dienstag, 02. April 2019
Foto: T. Schindel, S. Brückner

Der FMCG-Markt ist äusserst wettbewerbsintensiv. Um stets die Nase vorn zu haben, braucht es Early-Adopters-Qualitäten. Die MARKANT sorgt mit dem Handels-Forum für die nötigen Rahmenbedingungen.

Digitale Technologien gestalten sowohl die Nachfrage der Verbraucher als auch den Wettbewerb auf dem Markt für Konsumgüter grundlegend neu. Damit kommen auf Handel und Industrie erhebliche Herausforderungen zu. Seit jeher versteht sich die MARKANT als verlässlicher Partner, der die zur Gruppe gehörenden Unternehmen mit entsprechenden Dienstleistungen im Wettbewerb wirksam und praxisnah unterstützt – wie etwa mit dem 115. MARKANT Handels- Forum. Die Branchenplattform stand vom 3. bis 4. April 2019 ganz im Zeichen frischer Geschäftsideen und innovativer Produktkonzepte.

Qualität schlägt Quantität

Im Kontext eines wettbewerbsintensiven FMCG-Marktes beleuchtete Dr. Marc Knuff, Global Director Retail bei der GfK, das Thema «Die Fragmentierung des FMCG-Marktes und das neue Ringen um Konsumenten, Shopper und Regalplätze.» Eine seiner Thesen: Innovationen verschaffen den entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Ferner treibt die Quantität von Neueinführungen und neuen Produktvarianten die Penetration. Aber: Qualität schlägt Quantität. Das bedeutet, nur Produkte, die beim Verbraucher auch Loyalität erzeugen, überleben dauerhaft im Markt. Eine Portfolio-Erneuerung durch die Abbildung von Konsumentenbedürfnissen und aktuellen Verbrauchertrends ist daher zwingend erforderlich.

Hierzu bot das Neuheiten-Forum einige Ansätze. So präsentierte Mars die Innovation «Airwaves Koffein Kaugummi». Durch einen neuen Produktnutzen will der Markenartikler neue Verwender für sich gewinnen. Lotao zeigte, dass sich mit den «Jackfruit Burger Patty Bratlingen» der Burger-Klassiker in eine vegane Delikatesse verwandeln lässt. Ferner greift Coca-Cola mit «Honest Bio Tee» und der stillen «Bio Honest Limonade» die Konsumententrends Natürlichkeit und Wohlbefinden auf. Und pünktlich zum 50. Geburtstag ergänzt Capri-Sun sein Sortiment um eine «echte Revolution»: Capri-Sun &
Bubbles – mit Kohlensäure und in der 330-Milliliter-Slim-Dose. Aber auch mit einer innovativen Verpackung lassen sich neue Impulse am Point of Sale schaffen. Mit dem «Jägermeister COOLPACK» kommt der Kräuterlikör, neben der bekannten, grünen, eckigen Glasflasche, nun auch in einer leichten und praktischen Verpackung aus Kunststoff daher. Sie erlaubt es auch bei diversen Outdoor-Aktivitäten dabei zu sein, auf denen Glasflaschen nicht erlaubt sind. Sie ist ebenfalls im typischen Jägermeister-Grün gehalten, aber in Form und Format an das Design eines Kühlakkus angelehnt.

Innovative Start-up-Szene

Insgesamt gaben 292 Aussteller, davon 38 neue Lieferanten und 21 Start-up-Unternehmen, ihr Stelldichein auf dem Handels-Forum und zeigten ein breites Portfolio an Produkten und Neu-heiten, die die aktuellen Ernährungstrends widerspiegeln. In den letzten Jahren hat das Interesse an der Start-up-Industrie kontinuierlich zugenommen. Die MARKANT hat diese Entwicklung aufgegriffen und erstmals auf dem Handels-Forum eine Start-up-Arena eingerichtet. 21 Gründer nutzten die Gelegenheit, ihre innovative Geschäftsidee einem breiten Publikum vorzustellen. Allen gemein ist, dass immer eine persönliche Story, ein spezielles Bedürfnis, das bis dato nicht gedeckt wurde, der ausschlaggebende Punkt für die Gründung war. «Menschen wollen Geschichten und Emotionen kaufen», bringt es Frank Thelen in seinem Fachvortrag auf den Punkt.

Seine Passion für Start-ups entdeckte der CEO von Freigeist Capital in der Vox-Show «Die Höhle der Löwen». Das erste Investment war 2015 die Suppenfirma Little Lunch. Bezeichnend für Start-ups sind laut Thelen ihre Innovationsfähigkeit und Authentizität. Ferner stellt die Digitale Wirtschaft das wichtigste Gründungsumfeld der Startups dar und bereits jetzt ist ein deutlicher Einfluss der Künstlichen Intelligenz (KI) auf ihre Geschäftsmodelle erkennbar. «Start-ups bringen neue Ansätze und neue Dynamik in den Markt», fasst der Tech-Investor zusammen. Ein Potenzial, das nicht ungenutzt bleiben sollte. «Hochwertige Start-ups passen zu eurer Marke«, so der Investor weiter an die Zuhörer seines Vortrages. Ferner warnte er davor, das Feld Google und Amazon zu überlassen. Somit werden «authentische Marken jeden Tag wichtiger.»

Info

Ab 2021 werden mehrere Plastik-Produkte verboten, für die es eine bessere Alternative gibt. Auf dem Handels-Forum haben einige Hersteller hierzu Lösungen und Ansätze vorgestellt.

Papstar
Das Unternehmen setzt auf die nachhaltige Nutzung der FSC-zertifizierten Ressource Holz (Forest Stewardship Council) und investiert in End-of-Life-Lösungen und Dienstleistungen für seine Produkte wie
Kompostierung und Vergärung.

Duni
Viele Konsumenten wollen heute nicht mehr irgendeine Take-away-Verpackung. Sie wollen ein umweltfreundliches Produkt. Duni bietet mit den Snackboxen aus Bagasse hierfür eine Lösung. Sie fällt als natürliches Nebenprodukt bei der Zuckerproduktion an und ist kompostierbar.

Tedeco-Gizeh
Nach Einschätzung des Unternehmens wird es als Alternative zu Plastik eine Verschiebung zugunsten von Holz und Pappe geben. Aus diesem Grund rechnen die Offenburger mit Kapazitätsengpässen
bei nachhaltigen Rohstoffen und den Artikeln.

Glaswerk
Eine Alternative zum Plastiktrinkhalm bietet Glaswerk mit Trinkhalmen aus Glas. Laut Unternehmen sind sie wiederverwendbar, spülmaschinengeeignet, recycelbar und geschmacksneutral.