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Tiernahrung: Trends & Treiber

Mittwoch, 11. März 2020
Foto: AdobeStock (Nichizhenova_Elena)

Das MARKANT Magazin hat die Megatrends der Kategorie Tiernahrung zusammengefasst – mit Experten-Kommentaren des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe (ZZF).

TREND 1: Gesund, natürlich und funktional
Bei der Ernährung von Hund und Katze ist es wichtig, das Alter und die Lebens­situation des Tieres zu beachten: Ein aktiver Hund zum Beispiel verbraucht mehr Kalorien; ein älterer oder ruhiger Hund benötigt weniger Kalorien und mehr Ballaststoffe, um die Darmtätigkeit anzuregen. Nach wie vor sind Produktlinien in vielen Geschmacksrichtungen im Trend, die die individuellen Bedürfnisse und ­Lebensphasen der jeweiligen Tierarten berücksichtigen und auch auf Geschmacksverstärker, Konservierungsmittel oder Farbstoffe verzichten.

TREND 2: Bio, Regionalität, Nachhaltigkeit
Immer mehr Hersteller der Heimtierbranche machen sich Gedanken über eine Ressourcenschonung und stellen Produkte umwelt- und sozialverträglich her. Zudem wird ein Trend zu regionalen Ressourcen deutlich. So verzichten einige Hersteller auf die Zugabe von exotischen Fleischquellen und setzen auf regionale Zutaten. Andere achten bei ihren Produkten auf Nachhaltigkeit, Klimaneutralität und/oder umweltfreundliche Verpackungen.
Zudem gibt es einen kleinen Markt für Bio-Nahrung, welche mit zertifizierten biologischen Rohstoffen zubereitet ist. Zu den Vorteilen zählt der Verzicht auf gentechnisch veränderte Pflanzen sowie der Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel.

TREND 3: Vegan – eher vegetarisch
Tierärzte weisen darauf hin, dass bei einer vegetarischen oder veganen Hundeernährung zum Beispiel die Zugabe von Vitamin B12 erforderlich sei. Insbesondere die benötigte Zusammensetzung der Aminosäuren sei dabei nicht ganz einfach sicher zu stellen, um zumindest rechnerisch eine­ bedarfsgerechte Futterration zusammen zu stellen. Allerdings fehlen noch Langzeitstudien zu fleischloser Hunde­ernährung. Die vegane Katzenernährung wird als äusserst kritisch angesehen. Als zusätzlicher Snack ist ­vegetarische Kost jedoch kein Problem.

TREND 4: Neue Anbieter drängen in den Markt
Nicht nur grosse Tierfutterproduzenten, die immer mehr Natural-Produkte anbieten, sondern auch neue namhafte Produzenten aus angrenzenden Bereichen haben den Markt für sich entdeckt und erweitern somit die Anbieterlandschaft. Es gibt auch viele kleine neue Marken, die auf besondere Zutaten setzen oder ein innovatives Vertriebskonzept nutzen, zum Beispiel Lieferservice.

TREND 5: Snacks
Die Nachfrage nach Snacks und Leckerlis hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Insbesondere im Hundesegment sind diese Artikel neben Feucht- und Trockenfutter ein bedeutender Umsatzfaktor. Snacks gibt es als Leckerli für ­zwischendurch, als gesundes Nahrungsergänzungsprodukt, aber auch als Belohnung beim Training, nach oder während des Spaziergangs oder nach dem Besuchs des Tierarztes.
Es gibt vegetarische Kausnacks für Hunde oder spezielle Varianten zur Reduzierung von Zahnstein, Plaque und Mundgeruch. Häufig sind die Leckerlis trocken, es gibt jedoch auch einige in halbfeuchter Form. Selbst Bio-Snacks wie Kekse mit Apfel-Minze, Banane, Möhre oder Rind sind im Angebot.

TREND 6: Vertikalisierung 
Der Heimtiermarkt wird insbesondere durch das Angebot im Internet und die entsprechende Logistik umgewälzt. Amazon zum Beispiel bietet Herstellern als auch Händlern eine Plattform, und viele Hersteller verkaufen online inzwischen selbst an Heimtierhalter. Auf der anderen Seite investieren Online-Händler in stationäre Konzepte, z.B. Shop-in-Shop-Lösungen.

TREND 7: Barf
Die grosse Mehrheit der Tierhalter füttert ihre Hunde und Katzen mit Fertignahrung. Daneben ist «Barfen» in Mode gekommen, im Deutschen meist «biologisch artgerechte Roh-Fütterung» genannt. Etwa 14 Prozent der Hundehalter, die ausschliesslich oder teilweise selbst zubereitetes Futter geben, ernähren ihre Vierbeiner über die Barf-Methode. Roh verfüttert werden dabei Rationen aus Fleisch, Innereien und Knochen, die mit Gemüse oder Obst ergänzt werden. Dabei gilt sicherzustellen, dass das Rohfleisch unter Einhaltung der vorgeschriebenen Kühlkette und Hygiene-Massnahmen in den Futternapf gelangt. Einige Hersteller haben den Trend aufgegriffen und bieten fertige Barf-Mischungen sowie Ergänzungsnahrung an. So fällt es Tierhaltern leichter, im richtigen Mischungsverhältnis zum Fleisch pflanzliche Eiweissträger und Wirkstoffe wie Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente zuzugeben.

Info

Der Heimtiermarkt 2019
Als Hauptabsatzweg für Fertignahrung behauptete sich 2019 erneut der LEH mit einem Anteil von 62 % und 2,1 Mrd. Euro Umsatz, so Zahlen vom Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) und dem Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe (ZZF). Der Online-Markt erzielte einen Umsatz von 705 Mio. Euro (2018: 625 Mio. Euro). Auch auf dem österreichischen Markt werden weiter wachsende Umsätze erwartet – so werden laut einer Statista-Prognose etwa die Erlöse der Hersteller 2020 zum ersten Mal die 500-Millionen-Euro-Marke übersteigen. Für die Schweiz wird ein Umsatz von 445 Mio. Euro prognostiziert.

 

Info

Smart Home für Heimtiere
Während computergesteuerte Zubehör-Produkte für Heimtiere in den USA bereits zum Alltag vieler Tierbesitzer gehören, steckt das Thema in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Doch nicht mehr lange, prognostiziert Professor Peter Wippermann vom Trendbüro in Hamburg: «Smart-Home-Lösungen sind ein Trend, der bald auch im Bereich Heimtier mehr Relevanz erlangen wird.» Dabei bietet die vernetzte Technik viele Möglichkeiten.

Mehr Sicherheit: Am schönsten ist es, selbst zuhause zu sein und mit der Katze oder dem Hund zu schmusen und das Tier zu versorgen. Wer aber für mehrere Stunden das Haus verlassen muss, kann digital feststellen, dass es dem Vierbeiner an nichts fehlt: Mit einer Videoüberwachung in den heimischen vier Wänden reicht ein Blick auf die zugehörige App im Smartphone.

Punktgenaue Fütterung: Der Hund leert schon wieder verbotenerweise den Mülleimer? Eine Videoüberwachung mit Zwei-Wege-Audiofunktion ermöglicht, aus der Ferne akustisch mit dem Tier zu kommunizieren. So lässt sich ein aufgeregt bellender Hund möglicherweise von Herrchens Stimme aus dem Lautsprecher beruhigen, bevor sich die Nachbarn beschweren. Auch die punktgenaue Fütterung über Automaten ist bereits in deutsche Haushalte vorgedrungen. Tragen die Tiere einen Chip am Halsband, so kann der Automat das Futter zu einem bestimmten Zeitpunkt für jeden vierbeinigen Mitbewohner ausgeben. So können auch Medikamente pünktlich verabreicht und gewährleistet werden, dass Katzen mehrmals am Tag kleine Portionen zu fressen bekommen.

Quelle: Industrieverband Heimtierbedarf (IVH), Januar 2020

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