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Giga-Trend erreicht Marken

Donnerstag, 01. Februar 2018
Fotolia (LIGHTFIELD STUDIOS)

Im Tabakwarenmarkt sorgen Innovationen für Zuwächse in allen Segmenten. Treiber sind additivfreie Tabake und Grosspackungen, sowohl bei Zigaretten als auch Feinschnittprodukten. Die Trends im Überblick.

Tabakwaren sind unverändert ein bedeutender Umsatzträger für den Einzelhandel. Im dritten Quartal 2017 wurden in Deutschland 7,2 Prozent mehr versteuerte Zigaretten produziert als im Vergleichsquartal 2016. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, stiegen auch die Absatzmengen aller anderen Tabakwaren. Feinschnitt legte um 14,8 Prozent zu, der Absatz von Zigarren und Zigarillos um 7,9 Prozent. Insgesamt wurden im dritten Quartal 2017 Tabakwaren im Kleinverkaufswert (Verkaufswert im Handel) von sieben Milliarden Euro versteuert – 800 Millionen Euro oder zwölf Prozent mehr als im dritten Quartal 2016.

Auch wenn die Abverkäufe im Handel den von Destatis erhobenen Produktionsmengen erst zeitverzögert folgen, bilden diese Daten doch die Nachfragetrends im Markt recht exakt ab. Das bestätigen auch die Beobachtungen des Handelsverbands Tabak (BTWE). Danach erfreuen sich auch die Stopf- und Drehtabake immer grösserer Beliebtheit. In diesem Sortimentsbereich setzt sich laut BTWE der Trend zum Feinschnitt in Grossverpackungen fort, der in diesem Jahr nochmals einen Wachstumsschub bekommen hat.

Die Trends setzen sich fort

Bei den Zigaretten zeigt die Nachfrage nach Grosspackungen mit Preisvorteil (gegenüber den Normalpackungen) ebenfalls unverändert nach oben. Philip Morris hält «noch immer kein Ende» für absehbar. Erfolgte die Einführung der XL- und XXL-Formate und dann der Giga-Packungen zunächst vor allem im Niedrigpreissegment, so hat diese Entwicklung nun auch das Premiumpreissegment erfasst. Philip Morris beispielswese hat soeben die Marlboro Red und Gold als 4XL-Box mit 35 Zigaretten auf den Markt gebracht. Das sogenannte Giga-Segment ist nach Zahlen des Nielsen-Panels das derzeit am stärksten wachsende Packungssegment. Auch die von der ZHG vertriebene Marke Globetrotter führt zwei Varianten als Big Pack. 

Ein weiterer Wachstumsträger, der neben dem Fachhandel vor allem auch für die gut sortierten Vollsortimenter im LEH ein Thema ist, sind die additivfreien Tabake. «Dieser Trend hält unserer Einschätzung nach ungebrochen an», sagt Alexander Dalli, Pressesprecher bei Pöschl Tabak. Die von Pöschl vertriebene Marke Pueblo hat sich in den vergangenen Jahren in Deutschland und Europa zum Marktführer in diesem Segment entwickelt. Eine andere starke Marke in diesem Bereich ist die von JTI Deutschland vertriebene American Spirit. Hinzu kommen zahlreiche Ohne-Zusätze-Varianten unter dem Dach grosser Marken wie Chesterfield, Gauloises, JPS, L&M, Lucky Strike, Marlboro oder Pall Mall.

Info

Ein Top-Trend ist die E-Zigarette. Sie erfordert aber gute Beratung bei Erst- und Folgekäufen.

Auf der InterTabac in Dortmund präsentierten sich im September mehr als 500 Aussteller, viele der neuen Anbieter haben dabei ihren Fokus auf das Segment der «E-Zigarette» gelegt. «Diese werden immer beliebter und verändern oder ergänzen Rauchgewohnheiten bei unseren Stammkunden», bestätigt man beim Bundesverband des Tabakwaren-Einzelhandels e.V. (BTWE). Vor allem für Erstkäufer von E -Zigaretten nebst Zubehör spielt die Beratung eine sehr grosse Rolle, weshalb der Fachhandel hier mit seiner Beratungskompetenz punktet. Zahlreiche Untersuchungen zeigen nach Auskunft des BTWE, dass Markenpräferenzen bei den E –Zigarettennutzern noch nicht ausgeprägt sind. Eine gute Beratung und Empfehlungen sind daher sowohl beim Erstkauf als auch bei Folgekäufen unabdingbar. 

Die Umsatzerlöse mit E –Zigaretten in Deutschland beziffert der Verband des eZigarettenhandels (VdeH) nach vorläufigen Zahlen auf knapp 600 Millionen Euro im Jahr 2017, das wäre ein Marktanteil von 2,3 Prozent am Tabakwarenmarkt. Die Zahl der Konsumenten von E –Zigaretten in Deutschland lag zuletzt bei 3,7 Millionen.

 

Info

Tabakwaren – die grossen Vertriebskanäle 

Die grösste Vertriebsschiene für Tabakwaren ist der Lebensmittelhandel mit insgesamt 7,9 Milliarden Euro Umsatz. Die Kanäle des nicht discountierenden  LEH erlösten nach Zahlen von Nielsen von November 2016 bis Oktober 2017 einen Umsatz von 4,5 Milliarden Euro, die Discounter steuerten weitere 3,4 Milliarden Euro bei. Zweitgrösster Absatzkanal sind die Tankstellen (6,5 Mrd. Euro), gefolgt von den Convenience-Shops und Kleingeschäften (3,5 Mrd. Euro) sowie von den Tabakfachgeschäften mit 2,9 Milliarden Euro.
 

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