Ausgabe:

Frisch und lecker – bis zur letzten Scheibe

Mittwoch, 12. Februar 2020
Foto: AdobeStock (Frog 974)

Moderne Ernährungskonzepte und Sortenvielfalt machen das Toastbrotsortiment zum Favoriten im Brotregal und steigern die Preisakzeptanz der Verbraucher.

Brot und Brötchen sind fest in der Esskultur der Deutschen, Österreicher und Schweizer verankert. Aber nicht nur als Grundnahrungsmittel. Diese Backwaren stehen auch immer mehr für Genuss, Tradition und Regionalität. Entsprechend gross ist auch die Sortenvielfalt, die für Abwechslung und neue Geschmackserlebnisse sorgt: zu klassischen Verzehrsituationen wie Frühstück und Abendbrot, als Beilage zum Grillen oder Salat, als Schulbrot, Mittagssnack, als kleine süsse oder herzhafte Mahlzeit zwischendurch. Moderne Ernährungstrends spiegeln sich auch in der Brotkultur wider: von vegetarischen beziehungsweise veganen und laktosefreien, gluten- und weizenfreien Brotsorten über Superfoods-Zutaten wie etwa Chia-Samen bis hin zu Gemüseanteilen, des Weiteren Kräutern oder Saaten/Samen. In Österreich zählt ebenso Hanf dazu. Auch bei den Mehlen bringen neue oder wiederentdeckte Sorten wie Quinoa und Dinkel frische Impulse für den Abverkauf im SB-Brotregal. Gerade Dinkel steht bei vielen Verbrauchern für mehr Natürlichkeit in der Ernährung und hat sich im Handel zu einem Top-Seller entwickelt.

Von diesen aktuellen Food-Trends profitiert insbesondere auch der SB-Klassiker Toastbrot, der umsatzbezogen an zweiter Stelle im gesamten Brotmarkt liegt und laut Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks bei fast jedem vierten Konsumenten Bestandteil des Brotkorbs ist. Auch in diesem Segment sorgen gesundheitsbezogene Produktversprechen für höhere Preisakzeptanz bei den Verbrauchern und stärken damit das Umsatzwachstum in fast allen Kanälen, heisst es bei Nielsen. Absatzbezogen hat sich Toastbrot in nahezu allen Kanälen (ausser Drogeriemärkte) zur stärksten Brotkategorie entwickelt.

Die Hersteller haben mit neuen Angeboten aus den Bereichen Toastbrötchen und Sandwiches – sozusagen der grosse Bruder des Toasts – das Sortiment erweitert und fit gemacht für moderne Ernährungsansprüche. Aktuell treiben die Sandwiches das Wachstum voran, während der klassische Toast Einbussen verzeichnet.

Mehr Sortenvielfalt entsteht im Toastsegment unter anderem durch limitierte Brotkonzepte, wie sie beispielsweise Lieken innerhalb der Marke Golden Toast vertreibt. Auch neue Verzehranlässe wie das Snacking liefern der Warengruppe weitere Impulse. Sandwichbrot eignet sich laut Harry, getoastet oder ungetoastet und entsprechend belegt, gut für die Zwischendurchmahlzeit ausser Haus. Mestemacher will diesem Trend in Kürze auch mit entsprechenden Innovationen folgen. Im Blick haben die Hersteller zudem die wachsende Anzahl von Konsumenten, die Wert auf einen gesundheitsorientierten und nachhaltigen Lebensstil legen – laut GfK hat sich deren Anteil in den vergangenen Jahren auf mehr als 31 Prozent erhöht. Bio-Produkte rücken verstärkt in die Optik (z.B. bei Mestemacher, Ölz), ebenso erobern Dinkel-Sandwiches inzwischen das Toastregal (z. B. Lieken und Ölz). Das Chia-Balance-Sandwich als Lieferant von Ballaststoffen und Omega-3-Fettsäuren folgt diesem Trend ebenso (Harry-Brot). Darüber hinaus tragen neue Rohstoffe wie Hanf und Craft Malz im Toastbrot zur Aufwertung und Attraktivität des Sortiments bei – Hanfsamen durch Proteine sowie einen hohen Anteil an Ballaststoffen, während Craft Malz für den malzig-aromatischen Geschmack sorgt (Ölz).

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Marktentwicklung der Kategorie Toastbrot

Mit Toastbrot hat der LEH (inklusive Drogeriemärkte) laut Nielsen im vergangenen Jahr 823 Mio. Euro umgesetzt und dabei ein Wachstum von über 3% erzielt. Überdurchschnittlich stark verlief die Entwicklung bei den Verbrauchermärkten mit einem fast doppelt so hohen Plus; hier legte auch der Absatz leicht zu, während die verkauften Mengen insgesamt allerdings leicht rückläufig sind (-1%). Für Toastbrot mit neuartigen Rezepturen und erkennbarem Mehrwert sind die Verbraucher bereit, tiefer in die Tasche zu greifen; gegenüber dem Vorjahr ist das Preisniveau um rund 4,5% gestiegen.

 

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Entwicklung der Verbraucherpreise für Toastbrot in Deutschland

Die Statistik zeigt die Entwicklung der Verbraucherpreise für Toastbrot in Deutschland in den Jahren 2016 bis 2019. Im Jahr 2019 stiegen die Preise für Toastbrot in Deutschland um rund 7,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Quelle: Statista

 

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Die Deutschen lieben ihr Brot

Die Deutschen lieben ihr Brot. Der meiste Platz in den Regalen des Handels wird von Misch- und Toastbrotsorten eingenommen. Gesündere Brotsorten, etwa aus Vollkornmehl, werden dagegen seltener angeboten. Die Menge, die jeder Haushalt pro Jahr eingekauft hat, war über Jahre hinweg konstant. Zuletzt ging die Zahl jedoch nach unten. Marktbeobachter sehen die Gründe unter anderem in geänderten Essgewohnheiten der Deutschen. Danach wird das klassische Abendbrot immer unbeliebter: Viele Menschen, vor allem Berufstätige, essen tagsüber nur einen kleinen Snack zwischendurch und bereiten sich dafür am Abend eine warme Mahlzeit zu.
Schaut man auf den Wirtschaftsfaktor Brot, so fällt auf, dass die meisten Umsätze mit Brot im Lebensmitteleinzelhandel heute von Discountern gemacht werden, die damit zu einer großen Konkurrenz für Handwerks-Bäckereien geworden sind. Die Folge: viele Betriebe müssen schliessen, die Zahlen sinken seit Jahren. Die verbleibenden Bäckereien haben zudem ein Nachwuchs-Problem.

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Neben dem Bio-Vollkorntoast mit Hanfsamen hat Ölz ganz aktuell das ballaststoffreiche Dinkelkorn ins Sandwichformat gebracht und zielt damit auf Konsumenten, die sich bewusst ernähren wollen.